Naafkopf, Teil 2

Nach längerer Funkstille wieder einmal ein herzliches GRÜEZI!

Wie angekündigt werden wir auch dieses Jahr wieder die Gegend um den Naafkopf unsicher machen. Dieses Mal endlich auch auf der Bündner Seite. Und dieses Mal bitte mit mehr Wetterglück (Bitte! Bitteee!!!)

Wir (vier harte Jungs aus Liechtenstein, der Schweiz und Vorarlberg) werden ab dem 21. bis zum 24. Juni auf der Bündner Seite aktiv sein. Gerade hier erwarten wir aufgrund der Luftbilder doch einige interessante Strukturen auffinden und dokumentieren zu können, man darf also gespannt sein!

Direkt anschliessend gehts wieder in den Nenzinger Himmel/Gamperdonatal, wo wir wieder unser Quartier in der Hütte der Bergrettung Nenzing aufschlagen werden – dafür schon Mal ein herzliches Dankeschön! Vom 25. Juni bis 1. Juli werden wir – ausgerüstet mit einem DGPS (herzlichen Dank an die Firma Leica!) und mit Christophs neuem Quadrocopter (Fluggerät, mit dem wir hoffentlich tolle Luftbilder machen können) – noch ausständige Dokumentationen abschliessen. Vor allem Hüttleboda werden wir uns noch genauer anschauen müssen. Von hier aus werden wir auch die letztes Jahr entdeckte Alpwüstung auf Liechtensteiner Staatsgebiet abschliessend dokumentieren.

Von 2. bis 4. Juli gehts dann endlich nach Liechtenstein, wo wir die Gegend um Malbun genauer prospektieren werden.

Also: in einem Monat gehts wieder los, stay tuned for more!

Vielen Dank!

Bevor es im Herbst bzw. nächstes Jahr weitergeht, sei an dieser Stelle nochmals allen Projektpartnern und Helfern für ihre Unterstützung gedankt!

Ein besonderes Dankeschön gilt vor allem auch dem Team der Pfälzer-Hütte sowie der Bergrettung Nenzing, die uns freundlicherweise ihre Hütte zu Verfügung gestellt hat!

Das Naafkopfteam

PS: wir legen nun eine kurze Pause ein – sobald es wieder los geht bzw. sobald es Neuigkeiten gibt werden Sie natürlich hier rechtzeitig wieder darüber informiert!

Vortrag „Archäologie im Gebirge“ und Abschiedsgrüsse von Frau Holle

Gestern hielt Thomas im gerammelt vollen Alpengasthof Gamperdona einen sehr interessanten Vortrag zum Thema „Archäologie im Gebirge“. Den über 100 Gästen wurden dabei die seit 5 Jahren laufenden Untersuchungen in der Silvretta nähergebracht, natürlich wurde auch kurz auf unsere Forschungen rund um den Naafkopf eingegangen. Wer nicht da war, hat was verpasst!

Leider hat es heute doch sehr tief ins Tal herunter geschneit, weshalb wir unsere geplante Prospektionstour nach Malbun verschieben mussten. Deshalb haben wir unser Zuhause für die letzte Woche, die Hütte der Bergrettung Nenzing (Vielen Dank nochmals an dieser Stelle!), verlassen und geniessen nun den freien Sonntag. Wettertechnisch hatten wir diese Woche ja nicht sehr viel Glück, was unseren sonnigen Gemütern aber nichts ausgemacht hat. Die bei unserer Abreise angezuckerten Berge rund um den Nenzinger Himmel passten also recht gut ins Bild, alles andere hätte uns geradezu enttäuscht.

Weiter gehts auf der schweizerischen Seite im Herbst, natürlich werden laufend weitere Infos zum Projekt auf diese Seite gestellt!

Martin Gamon

Tag der Archäologie am Hüttleboda

Leider musste Coni heute schon abreisen, dafür hat uns David Hois mit seinem Metalldetekor verstärkt, an dieser Stelle vielen Dank für die Hilfe.
Der Aufstieg zum Hüttleboda erfolgte wieder mal – wie könnte es anders sein – im Regen. Oben wurden die Schnitte fertig gemacht, die Dokumentation vervollständigt und das Areal mit dem Detektor abgesucht. Natürlich viele Nägel, aber auch zwei Glockenklöppel, zwei Schnallen, ein Fragment eines Hufeisens, ein Knopf und ein Messer. Richard Scherer, der uns fast jeden Tag mit seiner Kamera begleitet hat, hat natürlich auch diese Arbeiten filmisch dokumentiert, wir sind schon gespannt auf den Gesamtfilm.

Als wir schon ziemlich durchnässt waren kamen dann auch die ersten wetterfesten Besucher des heutigen Tags der Archäologie, insgesamt sollten noch ca. 15 Personen  den Weg durch Regen und Nebel zu uns finden. Heute Abend hält Dr. Thomas Reitmaier noch einen Vortrag zum Thema Archäologie im Gebirge im gemütlicheren Ambiente des Alpengasthofs Gamperdona.

Martin Gamon

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Ungeduscht und Unterkühlt

Heute sind Coni und Martin Richtung Sareis. In Regen und Nebel, da war es eigentlich klar, dass sie unterhalb des Gorfion plötzlich vor einem Abgrund stehen – über 100 Höhenmeter im nassen Gras runter, sehr spassig. Dafür ca. 30 Gemsen, immerhin. Die sind irgendwie schneller in dem nassen, steilen Gelände.

Bis zur Bergstation Sareis sehr befundleer, nur eine 4m hohe, 20m lange, moderne Mauer, Zweck ungewiss. Unterhalb der Bergstation Sareis, knapp oberhalb der Grenze, also noch in Liechtenstein, gehts dann aber los: über 10 Grundrisse von Alphütten, zum Teil kaum erkennbar, wahrscheinlich mittelalterlich. Dieser Komplex wäre eine genauere Untersuchung wert.

Nachdem wir uns aufgrund des Wetters und mangelnder Internetverbindung (deswegen die letzten 2 Tage keine Blogbeiträge, tut uns leid!) dazu entschieden haben, nicht noch eine Nacht auf der Pfälzerhütte zu verbringen (an dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die wunderbare Verpflegung!!!), gehts Richtung Tal, vorbei an den zwei Naturdenkmalen Felsentor und Bergahorn. Wieder zurück in der Bergrettungshütte raus aus den nassen Schuhen und endlich wieder mal duschen! Am Abend dann Käsknöpfle im Alpengasthof Gamperdona.

Melanie, Thomas und Christoph sind nach dem etwas verlängerten Frühstück wieder zum „Hüttleboda“ abgestiegen. Die gestern begonnen Sondierschnitte wurden erweitert und weiter abgetieft. In einem der vier Baustrukturen konnten Teile eines Steinplattenbodens freigelegt werden, über dem eine mehrere Zentimeter starke Brandschicht lag. In der vorläufig als Pferch angesprochenen Struktur konnte Thomas zahlreiche Knochenfragmente von Haustieren sowie einen Silex bergen. Bei den Gebäuderesten auf dem Hüttleboda dürfte es sich wohl um die Reste einer mittelalterlichen (?) Alpe handeln. Für eine genauere Datierung werden wir die ausstehenden C14-Datierungen abwarten müssen.

Martin Gamon und Christoph Walser

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